|
|
||
Demokratische Avantgarde
Die dänische Mode hat durchgehend einen Vorteil gegenüber der Mode aus anderen Ländern: Man muss sich für sie nicht fremdschämen. Auch wenn dem einen oder anderen die gewagten Muster von Henrik Vibskov, Modedesigner, Musiker und Filmemacher, nicht zusagen – die Dänen haben Stil, das leugnet niemand. Dass der Prolo-Schick eines Ed Hardy oder Philipp Plein aus Dänemark käme, wäre undenkbar. Mut in der Mode wird hier eher durch programmatische Zurückhaltung bewiesen, wobei Vibskov eine Ausnahme darstellt. Labels wie Mads Nørgaard oder Designers Remix sind alltagstauglich im übertriebenen Sinn. Der Grund, warum Modebewusste trotzdem nicht zur Massenware greifen, liegt im Detail: So unscheinbar ein Hemd von Wood Wood etwa am Kleiderbügel im Laden wirken mag, so zeitlos kommt es am richtigen Träger oder an der richtigen Trägerin zur Geltung. Kristine Sele Sørensen vom Danish Fashion Institute bringt die Sache auf den Punkt: "Dänische Mode zeichnet sich dadurch aus, dass sie innovativ, leistbar und tragbar zugleich ist." Der Hang zum versteckt - extravaganten Minimalismus bei den dänischen Modemachern kommt nicht von ungefähr: Design genießt in Skandinavien seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Merken darf man sich neben vielen anderen: Mads Nørgaard, Wood Wood, Soulland, Henrik Vibskov, Malene Birger, Designers Remix und Baum und Pferdgarten.