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Forza 4 Preview
Plattform-exklusive Titel sind selten geworden, nur noch hier und da sind sie vorhanden - so wie "Gran Turismo 5" auf der einen (Playstation 3) und "Forza 4" auf der anderen Seite (Xbox 360). Beide fischen im selben Spielerteich, stellen doch beide den Anspruch der ultimativen Rennsimulation.
Entwickler 10Turn weiß, dass das Feld der Simulationen eine trockene Angelegenheit sein kann. Und so kurvt es sich von Anfang an spritzig und dennoch komfortabel in "Forza 4". Sogar so komfortabel, dass die hübsche Umgebung und die noch schöneren Fahrzeugmodelle entspannt zu genießen sind. Es ist eben alles eine Sache der Fahrhilfen. "Forza 4" kann auch ganz anders: Hart und realistisch geht es auf den Strecken zur Sache, wenn deaktiviert. Erst dann zeigt sich, wie viel Simulation im Titel steckt, wenn das Heck in der Kurve störrisch ausbricht oder der Bremsweg schlecht und daher fatal berechnet wurde. Leider ist ein ernsthaftes Schadensmodell praktisch nicht vorhanden, das ist schon sehr schade. Akkribischer Feinarbeit und wochenlanges Training ist erforderlich, auch die widerspenstigsten PS-Boliden perfekt unter Kontrolle zu bringen. Man kann, muss aber nicht.
Drive By Kinect
Für Einsteiger gibt es jetzt Kinect, richtig zum Steuern: Hände in die Luft, ans imaginäre Lenkrad gelegt – so können kleine Kinder oder Gamepad-Phobiker ebenfalls Spaß mit "Forza 4" haben. Natürlich gibt es auch bei diesem Spiel einen leichten, aber dennoch spürbaren Delay bei der Ausführung von Bewegungen. Doch es funktioniert ordentlich und rechtfertigt somit die Einbindung. Wer traditionell mit Gamepad unterwegs ist, kann Dank Kinect auf Headtracking und Voicecontrol zurückgreifen; Features die nett, aber nicht unverzichtbar sind.
Gerade die Karriere von „Forza 3“ musste sich einiges an Kritik gefallen lassen: langatmig, steril, seelenlos. Der neue World-Tour-Modus soll Abhilfe schaffen und Anspruch mit Fahrfreude möglichst gut kombinieren. Der Atmosphäre dienlich ist die Kooperation mit Top Gear, der kultigen, britischen TV-Autoshow, die für passende Ansagen und Kommentare im Spiel sorgt.
Car-Affinity
Interessant dabei ist, dass es laut Enwickler nun möglich ist, mit nur wenigen seiner Lieblingsautos durch die gesamte Karriere zu flitzen; das soll eine stärkere Bindung erzeugen. Bevorzugt man eine oder mehrere Marken besonders, kommt der neue Car-Affinity-Level zum Tragen, der Spieler dafür belohnt, einem oder mehreren Autohäusern die Treue zu halten. Die gefahrenen Autos verbessern sich schneller und entsprechende Ersatzteile gibt’s bald kostenlos dazu – das spart Zeit und Geld. Wer sich gar mit Gleichgesinnten zusammenschließen will, kann auf die neuen Car Clubs zurückgreifen, die am besten mit Clans vergleichbar sind.
Das Bestreben, vom Autofanatiker bis hin zum Rennspiel-Verweigerer möglichst alle ins Boot zu holen, klingt absurd, könnte aber gelingen. Die Coregamer bekommen mit dem grandiosen Fahrverhalten, zahllosen Edelkarossen (dank EA leider ohne Porsche), dickem Multiplayer-Paket und einem ansprechenden Karriere-Modus viel geboten, während Einsteiger oder junge Spieler mit Kinect auch ohne Vorkenntnisse vergnüglich ihre Runden drehen. Und Skeptiker können aus zahlreichen alternativen Multiplayer-Varianten wählen, wo beispielsweise Fußball gespielt wird – zwar immer noch mit Autos, aber ganz ohne Rundkurs.
"Forza 4" ist ab 14.10. im Handel.