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Bastelstunde
Ein schier unsterbliches Game-Genre, die Echtzeitstrategie, steht 2009 an einem Wendepunkt. Zwei maßgebliche Releases werden dieses Jahr um die Gunst der äußerst kritischen Spieler kämpfen; und zwar in einer Liga, in der »Command & Conquer« einfach nicht mehr mitkommt. Die Rede ist von »StarCraft 2« – schon aufgrund der kulturellen und volkswirtschaftlichen Bedeutung in Südkorea mit höchsten Erwartungen ersehnt – und »Halo Wars«. Letzteres zwar mit fixem Releasetermin, aber dennoch höchst ungewissen Vorzeichen. Denn Microsoft lehnt sich weit aus dem Fenster und leiht den guten Namen seiner mit Abstand erfolgreichsten Eigenproduktion nun einem völlig neuem Territorium, auf dem der Mitbewerb alles andere als schlecht aufgestellt ist.
Auslagern ist die Devise
Microsoft, auch in Zeiten der Rezession mit ausreichend Budget versorgt, geht dazu noch einen relativ pragmatischen Weg und hat statt einer eigenen Truppe mit Ensemble Studios (»Age Of Empires«) den routiniertesten Entwickler, den man auf dem Sektor kaufen kann, vor den Wagen gespannt. Bungie, die Macher der Halo-Trilogie, wurden bewusst kaum involviert. Wenn das mal gut geht – hatte doch vor allem die Storyline der schon seit Marathon äußerst versierten Erzähler von Bungie viel vom Charme Halos ausgemacht. Ensemble Studios hingegen glänzten bisher durch hohe Präzision in der Umsetzung, aber wenig Originalität bei Storys.
Sei schlau beim Bau
Von der Spielmechanik freilich darf man sich keine radikalen Neuerungen erwarten. Nette Echtzeitstrategie eben. Ein recht simples Interface macht den üblichen Zyklus von Aufbau, Angriff, Verteidigung, Wiederaufbau relativ einfach und zügig möglich. Für Freunde des klassischen Ruck-Zuck-Gameplays (wie es die Meister der Zerg in Südkorea vollendet demonstrieren) hat »Halo Wars« also durchaus seine Reize. Ebenso kann die ansprechende, aber nicht überladene und daher auch im heftigsten Scharmützel übersichtliche Grafik durchaus überzeugen und vor allem durch aufwendige Cut-Scenes die Möglichkeiten der XBox 360 gut nutzen.
Die Gretchenfrage bleibt aber: Warum soll ich »Halo Wars« spielen? Weil es auf die gehaltvolle Story der Halo-Serie zurückgreifen kann? Oder weil man bei Microsoft am besten mit dem Paket aus Hard- und Software bedient wird? Warum was neues, möglicherweise unausgereiftes probieren, wenn »Command & Conquer«, »Age Of Empires« und Konsorten diese Genre schon überkomplett und routiniert abdecken, und mit »StarCraft 2« ohnehin die Geschichte neu geschrieben wird? Kurz – warum zum Schmiedl, und nicht zum Schmied?
Ganz einfach: weil es ohnehin alle probieren, und man sich einer großen Community mit vielen, vielen unterschiedlichen Mitspielern sicher sein kann. Und das macht ja erst den Reiz dieses Genres aus. Wie lange jedoch diese Begeisterung anhält, steht in den Sternen. Und wo Sterne sind, ist »StarCraft 2« nicht weit.
»Halo Wars«
Plattformen Xbox 360
Hersteller Microsoft
Wertung 7/10