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Montag, 06. Juni 2011
// Musikwirtschaft

»Es geht um die Transparenz«

Von: Manuel Fronhofer; Thomas Heher

Gerechte Standards für den Umgang zwischen Bands und Labels? Die Initiative Fair Music sieht darin eine Chance für alle Beteiligten. Die Projektverantwortlichen Rainer Praschak und Franz Hergovich vom MICA im Interview.

Könnt ihr uns zu Beginn einen kurzen Überblick darüber geben, was hinter dem Projekt Fair Music steckt?
Rainer Praschak: Fair Music wurde 2006 vom MICA – ursprünglich als ein lokales Projekt – initiiert. Die Idee dahinter ist eine an Fairtrade angelehnte Initiative, eine Image-Kampagne für die Musikbranche, die ja unter dem Strukturwandel in Folge der Digitalisierung stark gelitten hat und zu einem Buhmann geworden ist. Da gab es schon im ersten Jahr den Fair Music Award, der an Unternehmen verliehen wurde, die sich in der Musikwirtschaft durch besonders faires Handeln ausgezeichnet haben. Im Jahr 2009 wurde dann eine EU-Förderung bewilligt und das lokale Projekt zu einem europaweiten, mit Partnern in Frankreich, Deutschland, Holland, Slowenien und Österreich – mit dem Ziel, bis zum Ende des Projektzeitraums im Juli 2011 gewisse Zertifizierungsstandards zu entwickeln und eine Trägerorganisation auf die Beine zu stellen. Im Prinzip geht es darum, dass sich der Konsument darauf verlassen können soll, dass bei einem Tonträger, der zertifiziert ist und das Fair-Music-Logo trägt, derjenige, der die Musik gemacht hat, einen fairen und gerechten Anteil vom Kaufpreis erhält.


Wenn wir von einem CD-Kaufpreis von 15 bis 20 Euro ausgehen, wie viel landen davon im Normalfall beim Künstler?
Franz Hergovich: Im Prinzip gibt es zwei Vergütungsmodelle zwischen Labels und Interpreten. Das eine basiert auf einem fixen Prozentsatz. Nehmen wir einen üblichen Bandübernahmevertrag her, das heißt, die Kosten für die Musikproduktion liegen beim Künstler. Da kann man sagen, dass er durchschnittlich 20 % vom Handeslabgabepreis bekommt. Das ist der Preis, den der Handel beim Vertrieb bezahlen muss – in unserem Beispiel ca. zehn Euro. Bei komplexeren Vertragsverhältnissen gibt es noch viele weitere Abzugsposten. Die 20 % werden also gar nicht halten. Im Idealfall kriegt der Künstler in diesem Vertragsmodell ein bis maximal zwei Euro. Das andere Modell wäre ein 50-50-Share. Dabei werden die Kosten aufgelistet, die jeder Vertragspartner hat, und wenn dieses Geld eingenommen worden ist, wird der Gewinn geteilt. Aber wir können davon ausgehen, dass bei kleineren Produktionen der Break-even in den seltensten Fällen erreicht wird.













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